Absinth in Babylon Berlin: Das Wichtigste zusammengefasst
- Babylon Berlin setzt Absinth als Symbol für das Nachtleben zwischen Bohème und Verbot ein.
- Besonders spannend sind zwei Szenen – eine in Berlin im Jahr 1929 und eine in Paris im Jahr 1933. In der letzten Staffel ist sogar eine Absinth-Fontäne zu sehen.
- Interessanter Hintergrund: Zu dieser Zeit war Absinth bereits in Deutschland und Frankreich verboten.
Die erste Absinth-Szene: Die Pepita Bar in Staffel 1
In Staffel 1, Folge 8, besuchen Gereon Rath und Bruno Wolter die Pepita Bar. Die düstere, rot beleuchtete Atmosphäre unterstreicht den Mythos der Grünen Fee: Absinth steht hier für die schillernde, aber auch zwielichtige Seite der Goldenen Zwanziger. Als Drehort diente ein ehemaliges Zollhaus auf der Berliner Lohmühleninsel.
Interessant ist der historische Widerspruch: 1929 war Absinth in Deutschland bereits verboten. Ein Glas Absinth in einer gewöhnlichen Gaststätte wäre deshalb kaum plausibel gewesen. In einer fiktiven Bar am Rande der Legalität passt es dagegen zur Erzählung – ohne dass die Szene ein Beleg für tatsächlichen Ausschank wäre.
Absinth in Babylon Berlin Staffel 5: Die Pariser Barszene
Auch die letzte Staffel greift die Absinth-Ästhetik auf. In Staffel 5, Folge 4 führt die Handlung nach Paris. Die französische Sängerin Zaho de Sagazan tritt als Madame Libertine auf und singt das deutsche Lied „Zu Asche, zu Staub“.
In der Szene werden eine tropfende Absinth-Fontäne und gefüllte Absinth-Gläser gezeigt. Gereon Rath bekommt ein fertig zubereitetes Glas Absinth serviert und führt es in Konzentration auf die Musik zum Mund. Diese Szene ist besonders reizvoll: Anders als eine einfache Flasche verweist die Fontäne unmittelbar auf das traditionelle französische Absinthritual und den Genuss zu Zeiten des Verbots.
Die Absinth-Szene in der ARD Mediathek ansehen
Babylon Berlin · Staffel 5, Folge 4 · Pariser Bar mit Madame Libertine
▶ Originalszene bei der ARD ansehenDer Link öffnet die Originalfolge mit den angegebenen Zeitmarken. Die Verfügbarkeit richtet sich nach der ARD Mediathek.
Warum ist die Absinth-Fontäne ein so besonderes Detail?
Die Absinthfontäne ist ein klassisches Zubehör aus der französischen Absinthkultur. Sie enthält kaltes Wasser, das über kleine Hähne langsam in ein Glas Absinth tropft. Dabei entsteht die typische milchige Trübung, der sogenannte Louche-Effekt: Ätherische Öle aus den Kräutern werden beim Verdünnen weniger löslich.
Das langsame Verdünnen ist nicht nur ein optisches Ritual, sondern verändert auch den Geschmack. Zucker kann nach Vorliebe verwendet werden, ist aber nicht zwingend nötig. Mehr dazu erfährst Du in unserem Beitrag zur traditionellen Absinth-Zubereitung.
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War Absinth 1933 in Paris überhaupt erlaubt?
Nein. Frankreich hatte Absinth bereits 1915 verboten; in Deutschland galt seit 1923 ein Verbot. Beide Serienmomente spielen somit in einer Zeit, in der Absinth nicht regulär legal verkauft werden durfte. Ob das gezeigte Getränk innerhalb der Handlung tatsächlich verbotener Absinth sein soll, bleibt eine Frage der Inszenierung. Gerade diese historische Spannung macht die beiden Szenen interessant.
Warum verbindet man Absinth mit der Bohème?
Seinen legendären Ruf erlangte Absinth vor allem im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Das Getränk wurde mit Künstlern, Schriftstellern und dem Pariser Caféleben verbunden. Die „Grüne Fee“ wurde zum Sinnbild von Kreativität, Provokation und einer bisweilen romantisierten Vorstellung des Rausches. Babylon Berlin nutzt genau diese kulturellen Assoziationen, obwohl die Serie deutlich später spielt.
Die Hintergründe zu Herkunft, Blütezeit und Verbot findest Du in unserer Geschichte des Absinths.
Fazit: Zwei Szenen, ein Mythos
Die Absinth-Szenen in Babylon Berlin erzählen auf unterschiedliche Weise von der Grünen Fee: Die Pepita Bar zeigt das verruchte Berliner Nachtleben von 1929, während die Pariser Barszene von 1933 mit einer Absinthfontäne an die traditionelle französische Trinkkultur erinnert. Dass Absinth zu beiden Zeitpunkten verboten war, verleiht den Bildern eine zusätzliche historische Pointe.
Häufige Fragen zu Absinth in Babylon Berlin
In welcher Folge von Babylon Berlin sieht man eine Absinth-Fontäne?
In Staffel 5, Folge 4, ist in der Pariser Barszene mit Madame Libertine eine Absinthfontäne auf dem Tisch zu sehen.
Wer singt in der Pariser Bar?
Die französische Sängerin Zaho de Sagazan spielt Madame Libertine und singt „Zu Asche, zu Staub“.
War Absinth in den 1920er- und 1930er-Jahren verboten?
Ja. In Deutschland war Absinth ab 1923 verboten, in Frankreich bereits ab 1915.